Leichte Sprache: Informationen zugänglich machen

Leichte Sprache ist mehr als ein kurzer Text. Für wen sie gedacht ist, was bei der Umsetzung zählt und warum die Prüfung mit der Zielgruppe dazugehört.

Was bietet diese Website? Wo finde ich Hilfe? Was muss ich für einen Termin mitbringen? Wer die Antworten nicht versteht, kommt oft schon vor dem nächsten Klick nicht weiter. Leichte Sprache kann solche Hürden verringern. Dafür braucht es mehr als kürzere Sätze.

Für wen ist Leichte Sprache gedacht?

Leichte Sprache richtet sich besonders an Menschen mit Lernschwierigkeiten. Auch andere Menschen, denen Lesen oder das Verstehen deutscher Texte schwerfällt, können davon profitieren. Sie vereinfacht Sprache stärker als Einfache Sprache und folgt eigenen Regeln. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt dazu Ratgeber und Informationen zur DIN SPEC 33429 bereit.

Für eine allgemeine Unternehmenswebsite ist klare, verständliche Sprache immer ein sinnvolles Ziel. Ein solcher Text ist aber nicht automatisch ein Text in Leichter Sprache. Auch dieser Beitrag erklärt das Thema in Alltagssprache und ist kein geprüfter Leichte-Sprache-Text.

Was gehört dazu?

Ein Text muss erklären, was seine Leser wissen müssen. Dazu gehören passende Wörter, ein nachvollziehbarer Aufbau und eine Gestaltung, die beim Lesen hilft. Die Regeln des Netzwerks Leichte Sprache umfassen deshalb Sprache, Bilder, Gestaltung und Prüfung.

  • Wörter bewusst wählen: Bekannte Begriffe verwenden und notwendige Fachwörter erklären. Dieselbe Sache nicht ständig anders benennen.
  • Gedanken aufteilen: Kurze, klar aufgebaute Sätze schreiben. Wichtige Voraussetzungen nicht stillschweigend weglassen.
  • Orientierung geben: Überschriften, kurze Absätze und passende Bilder helfen, den Inhalt einzuordnen.
  • Verständlichkeit prüfen: Menschen aus der Zielgruppe müssen beurteilen können, was verständlich ist und wo Erklärungen fehlen.
Stilisierte Textprüfung: Eine kurze Termininformation wird um die konkrete Frage ergänzt, welche Unterlagen mitzubringen sind.
Stilisierte Veranschaulichung mit fiktiven Beispieldaten.

Ein sinnvoller Anfang für Ihre Website

Unsere Empfehlung: Beginnen Sie mit einer konkreten Aufgabe, nicht mit der Übersetzung des gesamten Auftritts. Das kann eine Erklärung Ihres Angebots, der Weg zur Kontaktaufnahme oder eine Anleitung für einen häufigen Vorgang sein.

  1. Aufgabe festlegen: Was soll jemand nach dem Lesen wissen oder selbst tun können?
  2. Inhalte auswählen: Welche Angaben werden dafür gebraucht? Welche Begriffe müssen erklärt werden?
  3. Fachlich bearbeiten lassen: Für Leichte Sprache qualifizierte Übersetzer und Prüfer früh einbeziehen.
  4. Im Zusammenhang testen: Wird der Text gefunden? Sind auch Schaltflächen, Formulare und der nächste Schritt verständlich?
  5. Pflege regeln: Ändern sich Angebote, Fristen oder Ansprechpartner, muss auch diese Fassung aktualisiert und erneut geprüft werden.

Ein Text kann für sich verständlich sein und trotzdem auf einer schwer bedienbaren Seite stehen. Prüfen Sie deshalb nicht nur die Wörter, sondern den vollständigen Weg, den Ihre Besucher zurücklegen sollen.

Stilisierter Kontaktweg mit verständlicher Formulierung, Nachricht, eindeutigem Sendebutton und nachvollziehbarer Eingangsbestätigung.
Stilisierte Veranschaulichung mit fiktiven Beispieldaten.

Kann KI dabei helfen?

KI kann einen ersten Entwurf vereinfachen oder unklare Formulierungen sichtbar machen. Wir würden ihre Ausgabe als Arbeitsfassung behandeln: Bleibt die Aussage richtig? Fehlen Bedingungen? Werden neue Informationen hinzugefügt? Gerade eine scheinbar einfache Formulierung kann den Sinn verändern.

Eine automatische Bewertung ersetzt keine Verständlichkeitsprüfung mit der Zielgruppe. Das Netzwerk Leichte Sprache empfiehlt ausdrücklich, Texte prüfen zu lassen. Wer KI nutzt, sollte die fachliche Verantwortung und diesen Prüfschritt von Anfang an einplanen.

Stilisierter Textvergleich: Ein KI-Entwurf lässt die notwendige Terminvereinbarung weg. Eine fachliche Prüfnotiz benennt die fehlende Voraussetzung.
Stilisierte Veranschaulichung mit fiktiven Beispieldaten.

Pflichten und freiwillige Verbesserungen unterscheiden

§ 4 BITV 2.0 verlangt für öffentliche Stellen in seinem Anwendungsbereich bestimmte Erläuterungen in Leichter Sprache, etwa zu Inhalten und Navigation. Daraus folgt keine pauschale Pflicht, jede private Unternehmenswebsite vollständig in Leichte Sprache zu übersetzen. Welche Anforderungen für Ihren Auftritt gelten, muss anhand des konkreten Angebots geprüft werden.

Wie SOULSURF unterstützt

Wir können den Aufbau, die Gestaltung und die technische Einbindung solcher Inhalte in Ihre Website oder Anwendung übernehmen. Für die fachliche Übersetzung und Prüfung sollten qualifizierte Fachleute und Menschen aus der Zielgruppe beteiligt sein. So entsteht ein Angebot, das nicht nur vorhanden ist, sondern auch gefunden und genutzt werden kann.

Verständliche Inhalte für Ihre Website besprechen. Wenn es um unterstützende Werkzeuge geht, finden Sie mehr unter KI und Automatisierung.

Über den Autor

Alex Krapp

Alex Krapp entwickelt SOULSURF als Unternehmen weiter, berät Kunden strategisch und schafft die Grundlage für langfristige Partnerschaften. In seinen Beiträgen verbindet er digitale Möglichkeiten mit den Zielen und Abläufen im Unternehmen. Er schreibt über die Einführung von KI, verständliche Inhalte und die Frage, wie aus neuen Technologien sinnvoll eingesetzte Lösungen werden.

Alle Beiträge von Alex Krapp

Das SOULSURF-Team kennenlernen