Wie wird aus einem allgemeinen KI-Chat ein Werkzeug, das zu den Aufgaben eines Unternehmens passt? Am früheren PASSAUER-WOLF-Beispiel lässt sich diese Frage konkret betrachten. SOULSURF stellte im November 2024 einen angepassten KI-Chatbot vor: für allgemeine Fragen, Übersetzungen und den Zugang zu Informationen aus PDF-Unterlagen. Ich ordne hier die damals beschriebenen Bausteine aus Sicht der praktischen Umsetzung ein.


Vorbereitete Eingaben für wiederkehrende Fragen
Wer mit einem leeren Chatfenster beginnt, muss seine Aufgabe zunächst selbst formulieren. Die Lösung setzte auf vorgefertigte Eingaben, sogenannte Prompts. Sie sollten Fragen und Arbeitsaufträge auf die Anforderungen des PASSAUER WOLF ausrichten.
Für mich liegt der Wert vorbereiteter Eingaben darin, einen Arbeitsauftrag klar zu machen. Ein Beispiel wäre: „Welche Unterlagen nennt dieses Dokument für die Anmeldung? Zeige die Fundstellen und kennzeichne offene Angaben.“ So lassen sich erwartetes Ergebnis und Prüfung vorab besprechen. Das ist eine Empfehlung für die Gestaltung solcher Aufgaben, keine zusätzliche Aussage über den damaligen Funktionsumfang.
PDF-Unterlagen als Wissensquelle
Der Chatbot konnte PDF-Dokumente einlesen und deren Inhalte für Fragen zugänglich machen. Ziel war, Informationen aus umfangreicheren Unterlagen leichter abzurufen und internes Wissen besser nutzbar zu machen.
Bei einem solchen Wissenszugang würde ich zuerst eine bekannte Frage mit einer eindeutigen Antwort im Dokument testen. Anschließend eine Frage, für die dort keine Antwort steht. Beide Fälle sind wichtig: Das Werkzeug soll vorhandene Informationen erschließen und fehlende Informationen erkennbar lassen. Auswahl, Aktualität und eine Rückkehr zur Originalstelle sind dafür entscheidend.
Anmeldung und Zugänge mitdenken
Als mögliche Anbindung waren bestehende Verzeichnisdienste wie Microsoft Active Directory vorgesehen. Nutzer sollten sich mit ihren bekannten Zugangsdaten anmelden und eine interne Nutzungsrichtlinie bestätigen können. Ob diese Anbindung damals bereits beim Kunden eingesetzt wurde, bleibt offen.
Für einen Wissenszugang sind zwei Fragen getrennt zu beantworten: Wer darf sich anmelden, und welche Unterlagen darf diese Person verwenden? Eine vertraute Anmeldung allein legt die Rechte auf einzelne Inhalte noch nicht fest.
Betrieb und Verantwortung getrennt klären
Zur Wahl standen damals ein bereitgestellter Onlinedienst und der Betrieb auf eigenen Servern. Welche Variante der PASSAUER WOLF nutzte, ist nicht dokumentiert. Für beide Wege gehören technische Betreuung, Datenzugriffe und die Zuständigkeit für Inhalte zur Planung.
Der Fall zeigt, welche Bausteine bei einem angepassten Wissenszugang zusammenkommen: vorbereitete Aufgaben, geeignete Unterlagen und geregelte Zugänge. Mehr zum Ansatz lesen Sie unter Unternehmensdaten mit KI befragen. Unser Beitrag zu KI und Datenschutz ergänzt die Fragen zu Datenflüssen und Verantwortung.
Zum heutigen Angebot: SOULSURF Company GPT. Den davon zu unterscheidenden öffentlichen Website-Assistenten zeigt das Projekt Passauer Wolf: KI-Wolfi.
Redaktionelle Einordnung: Florian Hofmann, auf Grundlage des SOULSURF-Projektberichts vom November 2024. Die Angaben beschreiben diesen historischen Stand; sie sind keine Funktionsbeschreibung des heutigen öffentlichen Website-Assistenten KI-Wolfi.
