Wie funktionieren NFTs?

Ein NFT ist nicht einfach ein Bild im Wallet. Wir erklären Token, Speicherung und Nutzungsrechte und zeigen, welche Fragen vor einem eigenen Projekt wichtig sind.

Wie funktionieren NFTs? Ein NFT ist ein einzeln identifizierbarer Token auf einer Blockchain. Er kann einer Adresse zugeordnet und übertragen werden. Das zugehörige Bild, die Nutzungsrechte und die dauerhafte Speicherung sind davon getrennte Fragen.

Stilisierter NFT-Datensatz: Token-ID, Vertragsadresse und verknüpfte Bilddatei werden von den separat geregelten Nutzungsrechten getrennt.
Stilisierte Veranschaulichung mit fiktiven Beispieldaten.

Token, Sammlung und Datei sind nicht dasselbe

„Non-fungible“ bedeutet, dass ein Token individuell unterscheidbar ist. Bei Ethereum-NFTs nach dem Standard ERC-721 identifizieren die Adresse des Smart Contracts und die Token-ID gemeinsam das einzelne NFT. Eine Sammlung kann viele solcher Tokens enthalten. Sie ist nicht selbst das einzelne NFT. Quelle: ERC-721.

Zum Token können Metadaten gehören: etwa Name, Beschreibung und ein Verweis auf ein Bild. Diese Informationen sind nicht automatisch mit der Bilddatei identisch.

Was beim Erstellen und Kaufen passiert

Beim Erstellen, oft „Minting“ genannt, wird ein neuer Token angelegt. Wie das geschieht, hängt vom Smart Contract und der verwendeten Anwendung ab. Beim Übertragen wird die Zuordnung des Tokens auf der Blockchain geändert. Ein Marktplatz kann diesen Vorgang vermitteln; er muss den Token nicht selbst besitzen. Quelle: ERC-721, Übertragung und Erstellung.

Ein Wallet hilft, ein Konto zu verwalten und Transaktionen freizugeben. Es ist nicht der Speicherort der Blockchain und auch kein Ordner, in den das NFT-Bild beim Kauf dauerhaft hineinkopiert wird. Quelle: Ethereum, Wallets.

Wo bleibt das Bild?

Das hängt von der Umsetzung ab. Metadaten und Medien können außerhalb der Blockchain liegen, etwa auf einem Webserver oder in IPFS. Andere Projekte speichern Daten direkt auf der Blockchain. Ein NFT ist deshalb keine pauschale Garantie für dauerhaft erreichbare Dateien.

Bei IPFS bezeichnet eine Inhaltsadresse, die CID, bestimmte Daten. Damit diese abrufbar bleiben, müssen erreichbare Rechner sie weiterhin bereithalten. „Pinning“ schützt gespeicherte Daten auf einem IPFS-Knoten vor automatischer Bereinigung. Eine CID allein bezahlt oder betreibt diesen Speicher nicht. Quelle: IPFS, dauerhafte Verfügbarkeit und Pinning.

Sind die Inhalte öffentlich?

Auf einer öffentlichen Blockchain sind die Token-Zuordnungen nachvollziehbar. Für die zugehörigen Dateien kommt es auf die Speicherung an. Öffentliches IPFS verschlüsselt Inhalte nicht automatisch: Wer die CID kennt, kann verfügbare unverschlüsselte Daten abrufen. Vertrauliche Dateien gehören deshalb nicht ungeprüft in ein solches Angebot. Quelle: IPFS, Datenschutz und Verschlüsselung.

Was kaufe ich rechtlich?

Der Kauf eines Tokens überträgt nicht automatisch die Urheber- oder umfassenden Nutzungsrechte am verknüpften Werk. Entscheidend sind die konkreten Rechte und Lizenzbedingungen. Ein Bild ansehen zu können bedeutet beispielsweise nicht, es kommerziell verwenden zu dürfen. Für ein eigenes Angebot muss diese Rechtefrage gesondert geklärt werden. Einordnung der WIPO zu NFTs und Urheberrecht.

Muss mein Wallet ständig online sein?

Nein. Die Zuordnung bleibt auf der Blockchain bestehen, wenn Sie die Wallet-Anwendung schließen. Der Zugriff auf das Konto und die Verfügbarkeit verknüpfter Medien bleiben trotzdem zwei getrennte Aufgaben. Zugangsschlüssel beziehungsweise Wiederherstellungsdaten müssen sicher verwahrt werden.

Vier Fragen vor einem eigenen NFT-Projekt

  • Was soll der Token nachweisen oder ermöglichen?
  • Welche Rechte erhalten die Nutzer tatsächlich?
  • Wer hält die Dateien verfügbar, auch wenn ein Anbieter ausfällt?
  • Ist die Blockchain dafür sinnvoller als ein normales Konto oder eine Datenbank?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, wird aus einem Token eine verständliche Anwendung.

Video und Anbieterbeispiele

Die im Video gezeigten Oberflächen und Abläufe können sich inzwischen verändert haben.

Damals genannte Beispiele waren OpenSea, Coinbase Wallet und Blade Wallet. Diese historischen Verweise sind keine aktuelle Anbieterempfehlung.

Ob NFT oder eine andere technische Lösung: Vor einem eigenen Vorhaben helfen unsere vier Fragen vor der Einführung neuer Technik. Sie beginnen bei der Aufgabe, nicht beim Werkzeug.

Über den Autor

Elias Arnold

Elias Arnold entwickelt bei SOULSURF die technische Architektur, baut komplexe Softwarelösungen und sorgt dafür, dass Systeme sauber, skalierbar und zukunftsfähig funktionieren. In seinen Beiträgen erklärt er KI-Werkzeuge, Softwarearchitektur und die Sicherheit digitaler Systeme aus der Entwicklungspraxis.

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